Wenn Sie vermuten, dass bei Ihrer medizinischen Behandlung ein Fehler passiert ist, kann der MDK Nord Ihren Fall prüfen. Dafür müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Begutachtung beantragen. Diesem Antrag wird in der Regel stattgegeben, weil das Sozialgesetz es so vorschreibt (s. Grundlagen). Wenn sich herausstellt, dass wirklich ein Behandlungsfehler vorliegt, können Sie und ihre Krankenkasse dieses Gutachten für mögliche Schadenersatzforderungen oder Zivilklagen gegenüber dem Verursacher nutzen.

Grundlage: Laut § 66 Sozialgesetzbuch (SGB) V können Versicherte bei ihrer Krankenkasse einen vermuteten Behandlungsfehler melden. Die Krankenkassen sollen diesen dann zur Prüfung beim zuständigen MDK in Auftrag geben.

Als Behandlungsfehler kann gelten, wenn Ihre Behandlung  nicht nach „anerkanntem medizinischen Standard" ausgeführt worden ist. Außerdem muss der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Fehler und dem gesundheitlichen Schaden erkennbar sein. Nur wenn die MDK-Gutachter das feststellen können, haben Versicherte eine Chance, dass Schadenersatz-Forderungen anerkannt werden.

Jedes Jahr reichen Versicherte mehr als 3.000 Verdachtsfälle beim MDK Nord zur Prüfung ein. Davon kann bei vielen bereits nach erster Sichtung ein Behandlungsfehler ausgeschlossen werden. Übrig bleiben mehr als  800 Verdachtsfälle pro Jahr, die ausführlich begutachtet werden. Bei bis zu 200 dieser Fälle – also in jedem vierten geprüften Fall – kann schließlich ein Behandlungsfehler nachgewiesen werden.

Der MDK Nord veröffentlicht jedes Jahr seine aktuelle Behandlungsfehler-Statistik. Sie sagt auch aus, bei welchen Behandlungen die meisten Fehler gemacht worden sind. >>> Pressemitteilungen

In 90 Prozent der Fälle einigen sich die Behandler mit den Versicherten auf Grundlage des MDK-Gutachtens außergerichtlich und streben einen Vergleich an.   

Damit die Gutachter des MDK Nord einen Fall auf Behandlungsfehler prüfen können, benötigen sie bestimmte Unterlagen von Ihnen. Dazu gehört ein frei formuliertes Gedächtnisprotokoll, also eine Art Tagebuch über den Behandlungsverlauf. Sie sollten darin beschreiben, was, wann, wo passiert ist und von welchen Maßnahmen Sie glauben, dass sie die Ursache für einen vermuteten (behandlungsfehlerbedingten) Gesundheitsschaden sein können.

Außerdem sind – soweit schon vorhanden – Kopien von ärztlichen, zahnärztlichen beziehungsweise pflegefachlichen Unterlagen hilfreich, die den Behandlungsverlauf wiedergeben. Hierzu zählen zum Beispiel Arztbriefe und Entlassungsberichte, die in der Regel der Hausarzt erhalten hat. Reichen die vorgelegten medizinischen Informationen nicht aus, teilen die MDK-Gutachter mit, welche Unterlagen sie für die Bearbeitung noch benötigen, um sorgfältig und sachgerecht prüfen zu können.