Die Qualität Ihrer Pflege und Ihrer medizinischen Betreuung wird vom MDK Nord im Auftrag der Landesverbände der Pflegekassen überprüft. Dies betrifft rund 1.600 Pflegeeinrichtungen, meistens "Pflegeheime" genannt, und ambulante Pflegedienste, in Schleswig-Holstein und Hamburg. ​Dazu ist der MDK gesetzlich verpflichtet (s. Grundlage). Bei den vielfältigen Kontrollen beurteilen die MDK-Gutachter zum Beispiel: 

  • Wie wird im Einzelfall Wundliegen (Dekubitus) oder Stürzen vorgebeugt?
  • Wie werden Pflegebedürftige mit chronischen Wunden oder mit Schmerzen versorgt?
  • Werden die vom Arzt verordneten Medikamente gegeben?
  • Bekommen die Bewohner genug zu essen und zu trinken?
  • Erhalten Bewohner mit Demenz ein Betreuungsangebot, das zu ihnen passt?

In diese Überprüfung werden jedes Jahr rund 11.000 Pflegebedürftige einbezogen.

Die MDK Nord-Gutachter in diesem Bereich sind vor allem Pflegefachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung, zum Teil als Führungskräfte. Sie überprüfen auch, wie das interne Qualitätsmanagement in den einzelnen Einrichtungen aussieht und wie gut es umgesetzt wird. Denn ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Gutachter des MDK kontrollieren aber nicht nur, sondern weisen die Einrichtungen auch gezielt auf Probleme hin und machen Verbesserungs- oder Lösungsvorschläge.

Grundlage: § 114 SGB XI

​Für die Qualitätsprüfung gelten überall in Deutschland die gleichen Regeln. Es gibt einen umfangreichen Katalog von verbindlichen Qualitätskriterien, die die MDK Nord-Gutachter Punkt für Punkt kontrollieren und bewerten. 

Die Prüfgrundlagen stehen auf der Website des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund (MDS) zum download >>Qualitätsprüfungs-Grundlagen

Die MDK Nord-Gutachter befragen die Pflegebedürftigen in einer Stichprobe auch zu ihrer Zufriedenheit. Diese Stichprobe wird nach bundesweit einheitlichem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Ergebnisse dieser Versichertenbefragung fließen jedoch nicht in die Gesamtnote ein, sondern werden gesondert ausgewiesen.​

​Alle Qualitätsprüfungen haben zum Ziel, die Qualität der Pflege in den Einrichtungen zu sichern und fortlaufend zu verbessern. Den Auftrag zur Prüfung erteilt die Pflegekasse. Es gibt drei unterschiedliche Formen für eine Qualitätsprüfung:

  • Eine Regelprüfung findet einmal pro Jahr statt.
  • Eine Anlassprüfung erfolgt aus einem konkreten Grund, beispielsweise aufgrund einer Beschwerde.
  • Eine Wiederholungsprüfung kann in einem gewissen zeitlichen Abstand nach einer Regel- oder Anlassprüfung erfolgen, um festzustellen, ob beanstandete Mängel zwischenzeitlich behoben worden sind.

​Es gibt in der Presseberichterstattung oft Missverständnisse, welche Prüfergebnisse der MDK Nord veröffentlichen darf. So hat der Gesetzgeber bestimmt, dass Teile der MDK-Prüfung in einem Transparenzbericht veröffentlicht werden, der auch eine "Pflegenote" enthält. Der ausführliche und viel umfangreichere Prüfbericht, der alle Informationen enthält, darf jedoch nicht veröffentlicht werden. Er führt dennoch zu Konsequenzen, wenn eine Pflegeeinrichtung Mängel aufweist.

Die beiden Berichte im Detail: 

Prüfbericht
Für die Landesverbände der Pflegekassen erstellen die MDK Nord-Gutachter innerhalb von drei Wochen einen Prüfbericht. Er enthält Stärken und Schwächen der Pflegeeinrichtung und eventuell empfohlene Maßnahmen zur Verbesserung. Auch die Pflegeeinrichtung und die Heimaufsicht bekommen den Prüfbericht und haben Gelegenheit zur Stellungnahme. Bestehen gravierende Qualitätsmängel, erteilen die Landesverbände der Pflegekassen der Pflegeeinrichtung einen Bescheid, in dem die Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung inklusive Fristen mitgeteilt werden. Im Rahmen einer Wiederholungsprüfung kann geprüft werden, ob die Maßnahmen umgesetzt worden sind.

Transparenzbericht und Pflegenoten
Damit Verbraucher die Leistungen einzelner Einrichtungen besser beurteilen und vergleichen können, hat der Gesetzgeber 2009 die Transparenzberichte eingeführt. Sie werden veröffentlicht. Dafür gehen die Ergebnisse der einzelnen Prüfkriterien (Transparenzkriterien) an die Landesverbände der Pflegekassen und werden in einen Transparenzbericht übertragen. Innerhalb von vier Wochen kann die Pflegeeinrichtung eventuell auftretende strittige Fragen klären. Anschließend wird der Transparenzbericht inklusive der Noten für die Qualität der Pflegeleistungen von den Landesverbänden der Pflegekassen im Internet und durch Aushang im Pflegeheim veröffentlicht.

Die Verbände der Pflegekassen veröffentlichen die Ergebnisse der MDK-Prüfungen zusammen mit den Pflegenoten im Internet.

Hier finden Sie die Informationen der Pflegekassen:

Beim ersten Blick auf die Pflegenoten fällt auf, dass fast alle Pflegeeinrichtungen inzwischen mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet werden. Woran liegt das? Die Pflegenote ergibt sich aus der Bewertung und Gewichtung von zahlreichen Einzelpunkten. Pflege und medizinische Betreuung spielen eine große Rolle. Mängel in diesen Bereichen können aber durch besondere Leistungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Deshalb ist der Blick auf die Bewertung einzelner Leistungen im Transparenzbericht wichtiger als die Gesamtnote. Tipp: Schauen Sie auch auf die Teilnote für die Pflege und medizinische Betreuung.

Der MDK Nord bemängelt schon seit langem den falschen Eindruck, den das System der Pflegenoten und Transparenzberichte vermittelt >>Pressemitteilung, 22.07.14

Eine Änderung ist in Sicht:

Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) ist die „Schiedsstelle Qualitätssicherung“ seit Januar 2016 in einen neuen Qualitätsausschuss umgewandelt worden. Der Ausschuss hat die Aufgabe, die Qualitätsprüfung und die Pflegenoten weiterzuentwickeln.