Was früher oft „Kur" genannt wurde, ist heute eine „medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistung. Sie können von Ihrer Krankenkasse bezahlt werden, um eine drohende Krankheit zu verhüten oder wenn sie vermeiden helfen, dass sich eine Erkrankung verschlimmert. Solche ambulanten oder stationären Reha-Maßnahmen sollen schwerwiegende Krankheitfolgen mindern und eine drohende Pflegebedürftigkeit abwenden.

Der MDK Nord wird mit einer Begutachtung beauftragt, wenn die Voraussetzungen geprüft werden sollen.

Anträge auf Vorsorgeleistungen bekommen Sie von Ihrer Krankenkasse. Den Antrag müssen Sie und Ihr Arzt ausfüllen und vor Beginn der Maßnahme bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Ergibt sich aus einem Beratungsgespräch mit Ihrem behandelnden Arzt, dass eine Reha-Maßnahme notwendig sein könnte, teilt Ihr Arzt dies der zuständigen Krankenkasse auf einem Vordruck mit. Daraufhin wird Ihr Arzt eine "Verordnung von medizinischer Rehabilitation" bekommen, die er ausstellen kann. Dies ist ein mehrseitiges Formular, auf dem die beantragte Maßnahme medizinisch begründet wird.

Ihre Krankenkasse beauftragt den MDK Nord mit der Prüfung einer Reha-Leistung vor allem dann, wenn nicht klar ist, ob die Leistung entsprechend den Vorgaben des SGB V gewährt werden darf.

Für die MDK-Begutachtung sollten Sie deshalb möglichst aussagekräftige Befunde und Unterlagen vorlegen. In den meisten Fällen können die MDK Nord-Gutachter anhand der vorliegenden Unterlagen beurteilen, ob die beantragte Vorsorge- oder Rehabilitationsleistung medizinisch notwendig und geeignet ist. Nur in besonderen Fällen ist eine Persönliche Begutachtung erforderlich. Sollte der MDK Nord die beantragte Maßnahme nicht empfehlen, wird dies ausführlich begründet und der Gutachter zeigt konkrete Alternativvorschläge auf.

Sie können grundsätzlich wünschen und wählen, welche Vorsorge- oder Rehabilitationsleistungen Sie möchten. Ihre Krankenkasse hat Ihren Wünschen nachzukommen, wenn diese angemessen sind. So schreibt es das Sozialgesetz vor. Das bedeutet jedoch, dass die Leistungen von den medizinischen Erfordernissen abhängen. Außerdem muss Ihre Krankenkasse dabei beachten, ob die Leistungen wirtschaftlich sind, also dem sogenannten "Wirtschaftlichkeitsgrundsatz" entsprechen. 

Dabei soll Ihre persönliche Lebenssituation berücksichtigt werden, ebenso Ihr Alter, Ihr Geschlecht und Ihre Familie. Bei der Auswahl der Reha-Einrichtungen ist außerdem die Vielfalt zu beachten. Ebenso müssen bei der Auswahl die religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse beachtet werden. Gleiches gilt auch für die besonderen Bedürfnisse behinderter Mütter und Väter bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages sowie die besonderen Belange behinderter Kinder.

Im Leistungsbescheid zur Verordnung von Rehabilitationsleistungen ist Ihre Krankenkasse verpflichtet, Ihnen schriftlich zu begründen, wenn die Krankenkasse Ihren Wünschen nicht entsprochen hat. Hierzu ist die Krankenkasse auch auf die Unterstützung des MDK angewiesen. Ihre Wünsche sollten Sie deshalb auch bei der Begutachtung durch den MDK Nord äußern, damit diese berücksichtigt werden können. 

Grundlage: § 33 SGB I, § 12 SGB V, § 2 Abs.3 SGB V, § 2a SGB V, § 9 Abs. 1 SGB XI

​Früher wurden sie "Mutter-Kind-Kuren" genannt, jetzt sind es Rehaleistungen für Mütter oder Väter, die zur Rehamaßnahme auch ihr betreuungspflichtiges Kind mitnehmen dürfen. Zu beachten ist, dass dafür die Krankheit oder das Reha-Bedürfnis der der Mutter oder des Vaters entscheidend ist. 

Zusammengefasst können Ihnen Mutter-Kind-Leistungen gewährt werden, wenn 

  • Ihr Kind behandlungsbedürftig ist und seiner Indikation entsprechend behandelt werden kann, oder
  • zu befürchten ist, dass eine maßnahmebedingte Trennung von Mutter/Vater zu psychischen Störungen des Kindes führen kann, etwa aufgrund des Alters, oder
  • bei Müttern/Vätern, besonders bei alleinerziehenden oder berufstätigen Müttern/Vätern, eine belastete Eltern-Kind-Beziehung verbessert werden soll, oder
  • wegen einer besonderen familiären Situation eine Trennung des Kindes von Mutter/Vater unzumutbar ist, oder
  • das Kind während der Reha-Maßnahme von Mutter/Vater nicht anderweitig betreut werden und die Reha für Mutter/Vater daran scheitern kann.

Außerdem darf die Mitaufnahme Ihres Kindes den Erfolg Ihrer Vorsorgemaßnahme nicht gefährdet.

Die Möglichkeit zur Mitaufnahme besteht in der Regel für Kinder bis zwölf Jahren, in besonderen Fällen bis 14 Jahren. Ausnahme: Für behinderte Kinder gelten keine Altersgrenzen.

Berücksichtigt werden muss auch Ihre Beziehung zu Ihrem Kind. Ist diese Beziehung gestört, können außerdem mögliche Therapien angeboten werden: 

  • Mutter-/Vater-Kind-Interaktionsangebote,
  • interaktive Sport- und Bewegungsangebote,
  • Angebot zur Erziehungsberatung.

Grundlage: § 24 SGB V