• 01.03.21

MDK Nord jetzt „Medizinischer Dienst Nord"

Der MDK Nord heißt jetzt Medizinischer Dienst Nord. Die Umstellung zum 1. März 2021 ist eine Umfirmierung. In der Rechtsform bleibt der Beratungs- und Begutachtungsdienst für Hamburg und Schleswig-Holstein unverändert eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.). Die Änderung ergibt sich aus den Paragrafen 414, 415 des fünften Sozialgesetzbuches. Darin wird der Übergang aller Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in Deutschland in eine einheitliche neue Rechtsform geregelt. Der Medizinische Dienst Nord wird in den kommenden Monaten Schritt für Schritt alle weiteren Änderungen, die auch seinen Außenauftritt betreffen, vollziehen.

Die gesetzlichen Bestimmungen sind Teil des sogenannten MDK-Reformgesetzes, das der Bundestag Ende 2019 beschlossen hat. Dazu gehört unter anderem, die MDK von der Trägerschaft durch die gesetzlichen Krankenkassen und sozialen Pflegekassen zu lösen. Dies soll die Eigenständigkeit der Medizinischen Dienste sichern. Dem Gesetz folgend hat sich auch der Verwaltungsrat am 28. Januar 2021 neu konstituiert: Er ist wie vorgegeben von bisher 15 auf 23 Mitglieder erweitert worden. Geändert hat sich auch die Zusammensetzung. Neben den Vertreterinnen und Vertetern der Krankenkassen und ihrer Verbände sind nun auch fünf stimmberechtigte Vertreterinnen und Vertreter der Patienten- und Betroffenenverbände beteiligt. Die Berufevertreter haben zudem je einen Sitz für die Pflegeberufe und die Ärzteschaft bekommen, die beratend teilnehmen.

Der neue Verwaltungsrat hat in seiner ersten Sitzung die Satzung des Medizinischen Dienstes Nord beschlossen, die von der Aufsichtsbehörde genehmigt und am 23. Februar veröffentlicht worden ist. Damit tritt die Umfirmierung am 1. März 2021 in Kraft. Arbeitsrechtlich wird sich für die zurzeit rund 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schleswig-Holstein und Hamburg nichts ändern. Alle Verträge und Tarifvereinbarungen bleiben unverändert bestehen.

PI, MDK wird Medizinischer Dienst Nord, 01.03.21.pdf 

 

• 26.02.21

Vorübergehend keine Begutachtungen mit persönlichem Kontakt

Den Umgang der Medizinischen Dienste mit den geltenden Kontaktbeschränkungen erläutern der MDS und der GKV-Spitzenverband in folgender Mitteilung: 

Verlautbarung MDS GKV-SV, Verlängerung, 26.02.21.pdf

 

• 08.01.21

MDK Nord unterstützt Impfkampagne des Landes Schleswig-Holstein

Der MDK Nord unterstützt seit Ende Dezember die Covid-19-Impfkampagne des Landes Schleswig-Holstein: Im Auftrag des Sozialministeriums und zur Unterstützung der KVSH hat der Medizinische Dienst rund 14.000 Betreuerinnen und Betreuer angeschrieben, die Bewohnerinnen und Bewohner von schleswig-holsteinischen Pflegeeinrichtungen vertreten. Wichtiges Ziel: möglichst zeitnah eine Einverständniserklärung für die Impfung gegen das neuartige Corona-Virus einzuholen. Dies betrifft Bewohnerinnen und Bewohner, die diese Entscheidung nicht selbst treffen können. Ohne eine solche Zustimmung dürften diese an einem künftigen Impftermin in ihrer Pflegeeinrichtung nicht teilnehmen.

Um diese Zustimmungen zügig einzuholen, hat der MDK Nord die Aufklärungsdokumente des RKI und des Landes Schleswig-Holstein sowie einen Freiumschlag für die Rücksendung versandt. Bis zum 8. Januar sind bereits rund 6.500 Rückmeldungen per Post eingegangen. Ein Team von Mitarbeitern des MDK Nord kann fortlaufend rund 250 Rücksendungen pro Stunde einscannen und kontrolliert jede einzelne auf Vollständigkeit. Anschließend werden die Einwilligungen in eine kurzfristig programmierte Datenbank überführt, die über Schnittstellen mit der Datenbank der KVSH verbunden ist und die Unterlagen dort zur Verfügung stellt.

„Der MDK Nord hat sehr kurzfristig vor den Weihnachtsfeiertagen auf die Anfrage des Sozialministeriums reagiert und seine technischen und personellen Ressourcen gern für diese wichtige Impfkampagne in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt", sagt Peter Zimmermann, der Geschäftsführer des MDK Nord. Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie unterstützt der Medizinische Dienst außerdem in Amtshilfe die Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein sowie das Sozialministerium in Kiel durch abgeordnete Gutachterinnen und Gutachter.

PI, MDK Nord unterstützt Impfkampagne in SH, 08.01.21.pdf 

 

• 02.11.20/22.12.20

Vorübergehend keine Begutachtungen mit persönlichem Kontakt

Den Umgang der Medizinischen Dienste mit den geltenden Kontaktbeschränkungen erläutern der MDS und der GKV-Spitzenverband in folgender Mitteilung: 

Verlautbarung MDS GKV-SV, Verlängerung, 22.12.20.pdf 

 

• 25.06.20

Jahresstatistik Behandlungsfehler 2019

Weniger grobe Behandlungsfehler festgestellt

Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Nord (MDK Nord) haben im vergangenen Jahr 199 Behandlungsfehler bestätigt. Das sind 23,5 Prozent aller stichhaltigen Vorwürfe. Damit haben die MDK-Gutachter etwas weniger Verdachtsfälle bestätigt als 2018 (235 Fälle gleich 26 Prozent). Die Zahlen liegen jedoch über denen des Vorjahres 2017 (168 Fälle gleich 20,7 Prozent). Bemerkenswert ist, dass die Zahl der groben, nicht nachvollziehbaren Behandlungsfehler seit Jahren zurückgeht.

Die Gutachter prüfen zuerst, ob ein angezeigter Verdacht auch aus medizinischer Sicht stichhaltig ist, bevor ein Fall ausführlich begutachtet wird. So konnten die MDK Nord-Gutachter 2019 aus den 3.271 Verdachtsfällen 846 stichhaltige Behandlungsfehler-Vorwürfe zur Begutachtung herausfiltern. Das sind etwas weniger als 2018 mit 904 Gutachten. „Hinter jedem dieser Fälle steht der Leidensdruck eines Patienten, der sich von der MDK-Begutachtung eine objektive Überprüfung seiner Vorwürfe erhofft – und diese auch erwarten kann", sagt Privatdozent Dr. Dimitrios Psathakis, der Leiter des Fachbereiches.

Die meisten der 199 bestätigten Behandlungsfehler sind mit 24,1 Prozent in der Unfallchirurgie und bei orthopädischen Operationen festgestellt worden. Mit rund 10,6 Prozent folgen das Fachgebiet der Frauenheilkunde, die Zahnheilkunde mit 7 Prozent, die Neurochirurgie mit 5,5 Prozent und die Pflege mit 4,5 Prozent. Den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Fehler und dem Schaden für die Versicherten konnten die Gutachter in 90,4 Prozent der Fälle feststellen (81,5 Prozent in 2018). Weitere medizinische Behandlungen waren in 177 Fällen, gleich 88,9 Prozent, notwendig. In 2018 waren weitere medizinische Behandlungen in 205 Fällen erforderlich (87,2 Prozent).

Für die Feststellung eines Behandlungsfehlers prüfen die Gutachter in jedem Einzelfall, ob die Behandlung nach „anerkanntem medizinischen Standard" ausgeführt worden ist. Nur wenn die Behandlung nicht gemäß dieses Standards erfolgte, haben die Versicherten eine Chance, dass Schadenersatz-Forderungen anerkannt werden. So konnten die Gutachter in den vergangen Jahren erfreulicherweise zunehmend seltener grobe Fehler feststellen, die aus Sicht der Fachleute nicht nachvollziehbar sind und gegen elementare Grundsätze des Fachgebietes verstoßen: 2019 in 41 von 199 Fällen (20,6 Prozent), 2018 in 61 von 235 Fällen (26 Prozent), 2017 in 46 von 168 Fällen (28 Prozent), 2016 waren es 62 Fälle von 187 (33,2 Prozent). Eine mögliche Erklärung sei, so Dr. Psathakis, dass der zunehmende Einsatz von Checklisten bei Operationen das Auftreten von Fehlern solcher Art vermindert. Das Nutzen von Checklisten wird auch von den Medizinischen Diensten seit Jahren empfohlen.

Die fachlich unabhängig erstellten Gutachten des Medizinischen Dienstes stehen über die Krankenkasse den Versicherten zur Verfügung. Die Erfahrung zeigt, dass sich in der überwiegenden Zahl aller Fälle die Behandler und deren Haftpflichtversicherer anschließend mit den Versicherten außergerichtlich einigen und einen Vergleich anstreben. Die Grundlage dafür ist das MDK-Gutachten.

„Damit haben die MDK-Gutachten einen hohen Stellenwert für die Versicherten. Ohne diese Gutachten hätten sie im Streitfall vor Gericht kaum eine Chance, als medizinische Laien ihren Behandlungsfehler-Verdacht zu beweisen", sagt PD Dr. Dimitrios Psathakis. Andererseits würden Versicherte aber auch persönlichen Aufwand und ein erhebliches Kostenrisiken vermeiden, wenn ihnen zuvor bereits das unabhängige MDK-Gutachten aufzeigt, dass sich ihre Vermutung nicht beweisen lässt.

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Hinweis für Versicherte, die einen Behandlungsfehler vermuten:

Versicherte können sich nach § 66 Sozialgesetzbuch (SGB) V bei ihrer Krankenkasse bei einem vermuteten Behandlungsfehler melden. Die Krankenkassen sollen den gesetzlichen Bestimmungen folgend, den Versicherten bei der Prüfung unterstützen.

Wichtig für die Gutachter des MDK ist, dass vom Patienten bestimmte Unterlagen vorgelegt werden. Dazu gehört ein Gedächtnisprotokoll, also eine Art Tagebuch über den Behandlungsverlauf: Patientinnen und Patienten sollten beschreiben, was, wann, wo passiert ist und von welchen Maßnahmen sie glauben, dass sie die Ursache für einen vermuteten (behandlungsfehlerbedingten) Gesundheitsschaden sein können. Außerdem sind – soweit schon vorhanden – Kopien von ärztlichen, zahnärztlichen beziehungsweise pflegefachlichen Unterlagen hilfreich, die den Behandlungsverlauf wiedergeben. Hierzu zählen zum Beispiel Arztbriefe und Entlassungsberichte, die in der Regel der Hausarzt erhalten hat. Reichen die vorgelegten medizinischen Informationen nicht aus, werden in einer ersten sichtenden Stellungnahme des MDK Hinweise zu den für die medizinische Beurteilung noch notwendigen Unterlagen gegeben. Das alles brauchen die MDK-Gutachter für eine sorgfältige, sachgerechte Prüfung.

Diese Pressemitteilung hier als pdf zum Download:

Behandlungsfehler 2019, MDK Nord, 25.06.20.pdf 

  

 • 14.04.20

Ergebnisse der MDK Nord-Versichertenbefragung 2019 

Hohe Zustimmungswerte der Versicherten

Die Zufriedenheit der Versicherten mit ihrer Pflegebegutachtung lag im vergangenen Jahr insgesamt bei 83,1Prozent. Das ist das Ergebnis der aktuellen Versichertenbefragung des MDK Nord. Dieser Wert liegt ähnlich hoch wie in den Vorjahren. Befragt wurden Antragstellerinnen und Antragsteller auf eine Pflegebegutachtung des Jahres 2019. In dem Einzelbereich „persönlicher Kontakt" lag der Wert mit 86,2 Prozent noch höher als der Gesamtwert, ebenso in der Kategorie „persönliches Auftreten" mit 85,2 Prozent.  

Die komplette Auswertung der Versichertenbefragung 2019 finden Sie hier >>mehr

Die barrierefreie Darstellung der Auswertung finden Sie hier >>mehr, barrierefrei  

  

• 18.03.20

Corona-Virus-Krise

Vorübergend keine häuslichen Pflegebegutachtungen 

Aufgrund der derzeitigen Coronavirus-Krise ändert der MDK Nord seine Begutachtung zur Pflegebedürftigkeit von Versicherten. Das bedeutet, dass Gutachterinnen und Gutachter vorübergehend Versicherte nicht mehr zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung besuchen. Alternativ dazu werden Antragstellerinnen und Antragsteller vom MDK Nord angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Zugleich wird ihnen ein Termin mitgeteilt, an dem sie persönlich und /oder ein Bevollmächtigter telefonisch zur Pflegesituation befragen werden. Auf dieser Basis wird der MDK Nord ein Gutachten erstellen. Durch die Änderung des Begutachtungsverfahrens will der MDK Nord weitere Infektionsrisiken vermeiden und besonders ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger schützen.  

Außerdem sollen ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen entlastet werden. Deswegen sind auch befristet die Prüfungen der Pflegequalität ausgesetzt. Ziel ist es, die Pflegebegutachtung im Interesse der pflegebedürftigen Antragsteller sowie der Pflegekassen aufrechtzuerhalten.

Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen ausgesetzt

Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen und von Pflegediensten finden vorerst nicht statt. Damit reagiert der MDK Nord auf die derzeitige Viruskrise. Mit dieser Maßnahme wollen die Medizinischen Dienste ein weiteres Infektionsrisiko ausschließen. Hintergrund ist, dass nach derzeitigem Kenntnisstand eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 besonders bei Älteren und bei Menschen mit Vorerkrankungen schwerwiegender verläuft. Mit dem Aussetzen der Regelprüfungen nach Paragraf 114 des elften Sozialgesetzbuches sollen außerdem das Personal in den Einrichtungen zeitlich entlastet werden. Diese Maßnahme gilt bundesweit vorläufig bis Ende Mai und erfolgt in Abstimmung mit dem Bundes-Gesundheitsministerium.